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Trinken meine Katzen genug?

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Viele Katzenhalter:innen kennen das: Der Wassernapf scheint den ganzen Tag nicht angerührt zu werden. Da stellt sich schnell die Frage: trinken meine Katzen genug?


Als Katzenernährungsberaterin beschäftige ich mich täglich mit genau solchen Fragen. Ich bin Verena und in diesem Beitrag erkläre ich, warum Katzen oft wenig trinken, wie viel Flüssigkeit sie wirklich brauchen und wie du deine Katzen dabei unterstützen kannst, ausreichend Wasser aufzunehmen.


Katze trinkt


Warum ausreichend trinken für Katzen so wichtig ist


Katzen sind ursprünglich Steppentiere. Deshalb haben sie kein stark ausgeprägtes Durstgefühl.


In manchen Fällen kann das problematisch werden:

Beispielsweise wenn Katzen hauptsächlich Trockenfutter fressen, kann die tägliche Flüssigkeitsaufnahme deutlich zu niedrig sein.


Eine dauerhaft zu geringe Wasseraufnahme kann das Risiko für verschiedene gesundheitliche Probleme erhöhen, zum Beispiel:

  • Harnsteine

  • Harnwegsprobleme

  • Nierenbelastung

  • Verstopfung


Besonders bei Katzen mit empfindlichen Harnwegen oder bei älteren Tieren ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig.



Trinken meine Katzen genug? Woran du es erkennst


Manchmal ist es gar nicht so einfach zu beurteilen, wie viel eine Katze tatsächlich trinkt. Man sieht sie meist wenn überhaupt nur selten beim Trinken - das ist bedingt normal, wenn die Katze ausschließlich mit Feuchtnahrung ernährt wird. Denn da gelingt es ihr, etwa 80% ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung zu decken und sie muss somit nur sehr wenig zusätzlich trinken. Dass wir Halter:innen da nicht immer an Ort und Stelle sind, ist klar. Wie bereits erwähnt, sieht die Sache bei einer Trockenfütterung etwas anders aus. Hierzu ein Beispiel:


Eine 4 kg schwere Katze hat einen Feuchtigkeitsbedarf von ca. 120 ml Wasser pro Tag.


Bei Nassfutter sind 80 % davon gedeckt -> 96 ml gedeckt -> Katze muss noch ca. 25 ml trinken.

Bei Trockenfutter sind ca. 7 % davon gedeckt -> 8,4 ml gedeckt -> Katze muss noch ca. 110 ml trinken: Auch wenn eine Katze „gut trinkt“ ist diese Menge unnatürlich und wird von der Katze mit Sicherheit nicht getrunken.


Hinweise, die darauf hindeuten, dass die Wasseraufnahme zu gering ist:

  • sehr konzentrierter, stark riechender Urin

  • zu seltenes Urinieren

  • trockener Kot oder Verstopfung

  • häufige Harnwegsprobleme

  • geringe Aktivität oder Mattigkeit


Wenn du Veränderungen bemerkst oder unsicher bist, sollte natürlich immer auch tierärztlich abgeklärt werden, ob gesundheitliche Ursachen vorliegen.



Was ist eigentlich, wenn eine Katze zu viel trinkt?


Auch das soll es geben - ist in der Regel aber ein absolutes Warnsignal. Unabhängig von der Fütterungsart, ist eine übermäßige und vermehrte Flüssigkeitsaufnahme ein Symptom von verschiedenen Krankheiten wie beispielsweise Diabetes oder CNI. Fällt dir also auf, dass deine Katzen ungewöhnlich oft Wasser schlabbern, sollten sie vorstellig werden.



Wie du deine Katzen zum Trinken animierst


Mehrere Wassernäpfe aufstellen

Platziere Wasserschalen an verschiedenen Orten in der Wohnung, wo die Katzen oft entlang laufen.


Trinkbrunnen

Viele Katzen bevorzugen fließendes Wasser. Daher kann ein Trinkbrunnen eine enorme Bereicherung sein.


Abstand zum Futter

Katzen handeln nach Instinkten: In der Natur würden sie nie da trinken, wo sie fressen, da das Wasser verunreinigt sein könnte. Du solltest die Wasserplätze daher von den Futterplätzen trennen.


Nassfutter füttern

Eine Ernährung mit hohem Feuchtigkeitsanteil unterstützt automatisch die Flüssigkeitsaufnahme.


Wasser ins Futter mischen

Viele Katzen akzeptieren problemlos einen kleinen Schuss warmes Wasser im Nassfutter.


Das richtige Material

Meistens wird Plastik automatisch gemieden, vor allem nach längerer Zeit. Es zerkratzt mit der Zeit und es sammeln sich Bakterien - das ist unattraktiv für Katzen. Keramik, Glas oder Edelstahl ist eine bessere Wahl.


Geschmackliche Anreize

Wenn gar nichts geht: Koch eine ungewürzte Hühnerbrühe (nur Fleisch und Wasser, kein Salz oder sonstige Zusätze) und biete sie an. Du kannst die Brühe auch in Eiswürfelbehältern einfrieren und bei Bedarf auftauen.



Vorsicht ist besser als Nachsicht


Du kannst das Trinkverhalten deiner Katzen nicht erzwingen, aber du kannst die Umgebung so gestalten, dass sie ihren Bedürfnissen gerecht wird. Ein Wechsel auf hochwertiges Nassfutter und strategisch platzierte Wasserplätze sind deine beste Versicherung gegen Dehydrierung.


Trinken ist wichtig, aber das Futter ist die Basis. Lies hier weiter, warum Trockenfutter nicht die beste Wahl für deine Katzen ist:



 
 
 

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