Die richtige Transportbox für Katzen: Diese 7 Fehler solltest du vermeiden!
- Laura Berzins

- vor 11 Minuten
- 10 Min. Lesezeit

Kaum holst du die Transportbox raus, schon sind deine Katzen nicht mehr auffindbar? Sie sind wie vom Erdboden verschluckt. Du weißt sofort, du musst deine Katzen aus der hintersten Ecke holen um sie in die Transportbox zu packen. Im schlimmsten Fall endet es mit Fauchen, Knurren, Kratzern oder sogar einem Biss. Doch damit ist jetzt Schluss! Es beginnt damit, überhaupt erstmal die richtige Katzentransportbox für deine individuellen Katzen zu wählen. Viele Halter:innen greifen einfach zu irgendeiner Box, ohne sich genaue Gedanken darüber zu machen, was ihre Katze gerade braucht. Und schon ist es passiert - das falsche Modell wird gewählt und deine Katze kann sich nicht darin wohlfühlen. Dadurch wird ein Trauma unbewusst vorprogrammiert. In diesem Artikel erfährst du kompromisslos und ganz direkt, worauf es bei der Transportbox wirklich ankommt, wie du lebensgefährliche Fehler vermeidest und wieso der erste wichtige Schritt über die Box geht, um den Stress zu Tierärzt:innen zu reduzieren.

Hey, ich bin Laura Berzins. Katzenverhaltensberaterin und Gründerin von Lauras Pfötchen.
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Inhaltsverzeichnis
Warum die Box über das Wohl deiner Katze entscheidet
Wenn deine Katze schon beim Anblick der Transportbox in Panik gerät, ist das definitiv kein "Protest". Es ist Angst. Angst vor dem Kontrollverlust, angst vor dem, was jedes Mal mit deiner Katze passiert, sobald sie in die Box gestopft wird.
Die Box ist also ein Ort des Grauens und des absoluten Kontrollverlusts. Die Transportbox riecht oft nach Furcht, Desinfektionsmitteln, Kellergeruch und dem letzten Besuch bei Tierärzt:innen. Wenn dann noch ein ungeeignetes Boxenmodell ins Spiel kommt, bei dem deine Katze nicht nur hereingestopft werden muss, sondern auch noch in der Praxis herausgezerrt werden muss, ist das psychische Trauma perfekt.
Katzen werden nicht durch Abwarten plötzlich die Box lieben lernen. Aber wir können ihnen durch Struktur und der richtigen Transportbox helfen, die Box lieben zu lernen.
Die verschiedenen Boxen-Typen und die Vor- und Nachteile
Es gibt mittlerweile unzählig viele verschiedene Boxen-Modelle zu kaufen. Doch welche ist denn nun die Beste für deine ganz individuelle Katze? Das hängt natürlich von deiner Katze ab, denn nicht jede Box ist automatisch für jede Katze geeignet. Wir schauen uns also zuerst mal die verschiedenen Modelle und ihre Vor- und Nachteile an.
Rucksäcke mit Plexiglas

Seien wir mal ehrlich: Der Rucksack mit Plexiglas, sieht schon ziemlich fancy aus. Aber ist er für den Transport deiner Katze überhaupt geeignet? Spoiler: Nein, ist er nicht. Wieso fragst du dich jetzt? Zum einen, weil die Katze dort keinen richtigen Schutz finden kann, wenn sie doch mal einen Rückzugsort braucht. Er ist von außen immer Sichtbar. Zum anderen, sind die meisten dieser Rucksäcke grundsätzlich für die gängigen 4kg Katzen zu klein. Dann kommt noch hinzu, dass durch das Plexiglas es wie ein Treibhaus für die Katze da drin ist. Es wird immer wärmer und wärmer und die paar Luftlöcher an der Seite reichen oft nicht aus.
Flechtkörbe / Weidekörbe

Flechtkörbe oder auch Weidekörbe sind bei Umwelt-Freund:innen sehr beliebt, da mehr natürliche Materialien bei der Herstellung verwendet werden. Doch sind sie auch für den Transport mit Katzen geeignet? Nein, leider sind diese Boxen auch nicht geeignet. Tierärzt:innen finden solche Boxen ebenso völlig ungeeignet. Warum fragst du dich? Zum einen, kann man den Korb nur von einer Seite aufmachen. Zum anderen ist es nicht 100%ig ausbruchsicher und durch die vielen Lücken fühlt sich deine Katze da drin auch nicht ganz wohl und zum wichtigsten Punkt: Du hast es geschafft, deine Katze da rein zu bekommen, doch in der Praxis muss sie aus der Box wieder zur Untersuchung raus. Doch jetzt will sie ganz sicherlich nicht mehr aus der Box heraus kommen. Man muss somit, in diese winzige Öffnung mit beiden Händen reingreifen - deine Katze fühlt sich dadurch noch mehr bedroht, weil sie in der Sackgasse steckt. Nun fängt sie an, sich mit allen vier Pfoten in diesen Korb zu krallen und der Mensch muss die Katze durch Ziehen und Zerren aus dieser Box bekommen. Es entsteht also ein zusätzliches Trauma für deine Katze. Fazit: Lasse dies gerne zuhause als Schlafplatz stehen, wenn du ihn schön findest, aber nutze ihn bitte nicht als Transportmittel für deine Katze.
Das Reinigen, gerade nach einem Pipi-Unfall wird quasi unmöglich. Das Geflecht wird weiterhin trotz Versuche der Reinigung weiterhin nach Urin riechen, was die Katze annehmen lässt, sie kann dort wieder hinpinkeln.
Der Stoffrucksack

Ein Rucksack grundsätzlich ist erst mal etwas ganz praktisches. Aber Achtung! Auch hier gibt es wichtige Learnings für dich: Manche Rucksäcke haben einen instabilen Boden, bei dem deine Katze einsinken kann. Das sorgt für Unsicherheiten bei deiner Katze, da sie sich nicht richtig bewegen kann. Ebenso sind die meisten Rucksäcke nicht richtig zum Liegen geeignet. Es kommt somit darauf an, was du mit dem Rucksack und deiner Katze vorhast. Gehst du nur mit ihr ein Stück spazieren? Oder soll sie von Tierärzt:innen in Narkose gelegt werden? Denn für die Narkose, ist der Rucksack nicht geeignet. Eine Katze sollte sich dann gut und lang hinlegen können, was bei einem Rucksack nicht möglich ist. Achte ebenfalls auf ausbruchsichere Verschlüsse. Es gibt Katzen, die können ganz easy Reißverschlüsse öffnen. Kann deine Katze das? Dann solltest du besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen oder ein anderes Modell wählen.
Die Plastikbox

Auch bei Plastikboxen gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Modellen. Achte dabei auf folgende Dinge: Die Box sollte einfach zu öffnen sein. Sowohl von oben, als auch von der Seite. Der Deckel ist bestenfalls schnell und einfach abnehmbar, ohne, dass man dafür erst Schrauben raus drehen muss. Auch die Verschlüsse für den abnehmbaren Deckel können gänzlich verschieden sein. Es gibt welche, bei denen schon mal Teile abbrechen oder das Gewicht der Katze nicht gut halten. Achte lieber auf Klicksysteme, die die untere Schale gut und fest sichern, damit sich beim Transport nicht plötzlich der Deckel von der Schale löst, auf dem Boden fällt und deine Katze vor Schreck weg rennt. Passiert das in einem geschlossenen Raum ist es vielleicht weniger schlimm - dennoch ein Schreck für deine Katze. Passiert es draußen auf dem Weg in die Praxis, kann deine Katze ganz plötzlich im nächsten Gebüsch verschwinden und es geht eine große Suchaktion los.
Zusätzlich zu den Verschlüssen ist eine Anschnall-Sicherung für den Gurt im Auto sehr praktisch. So kannst du die Box bei einem zu starken Bremsen daran hindern, nach vorne durchs Auto zu schleudern. Denke jedoch daran, Eine Plastikbox ist in der Regel auch sehr hellhörig von Innen, was deine Katze zusätzlich beeinträchtigen kann. Sie hört Geräusche somit viel lauter als üblich. Sorge für ausreichend Decken, um den Schall einzudämmen.
Plastikboxen haben oft einen Boden, der sehr rutschig sein kann. Wenn deine Katze bei jedem Transport mit der Decke hin und her rutscht, ist Unsicherheit und Angst vorprogrammiert.
Was einen enormen Vorteil der Plastikbox bringt: Sie ist besonders gut für Katzen geeignet, die in die Transportbox koten, pinkeln oder erbrechen. Denn sie ist schnell und einfach zu reinigen.
Deine Katze pinkelt schon mal in die Transportbox? Dann schau dir auch diesen Beitrag an:
Die Stoffbox

Stoffboxen sehen optisch erst mal recht hübsch aus und lassen einem selbst den Eindruck, dass die Katzen sich dort sehr wohlfühlen werden. Doch was sind hier die Vor- und Nachteile? Wenn deine Katze regelmäßig in die Box pinkelt, kotet oder erbricht, ist diese zwar für den normalen Transport erst mal nicht geeignet, da sie sich eher schlechter Reinigen lässt als eine Plastikbox. Dafür jedoch, um mit deiner Katze zuhause zu trainieren, um ihre die Angst vor der Box zu nehmen und dem Pinkeln, Koten oder Erbrechen ein Ende zu setzen.
Auch Stoffboxen brauchen ein paar Besonderheiten, damit sie die richtige für deine Katze ist. Denke an die Reißverschlüsse: Viele Hersteller:innen sorgen schon bei den Reißverschlüssen für extra Karabiner, damit die Boxen ausbruchsicher sind. Auch hier gilt: Ein stabiler Boden ist wichtig für den Transport, damit deine Katze auf festem Boden bleibt. Die Stoffbox sollte bestenfalls von allen Seiten geöffnet werden können. (Links, rechts, vorne, hinten und oben.) So kann die ängstliche Katze bei Tierärzt:innen in der Box bleiben und fühlt sich dank Box-Gerüst sicherer und Tierärzt:innen kommen trotzdem gut an deine Katze dran.
Diese Transportbox ist nicht hellhörig, bei dem die Katze alles lauter aufnimmt. Es gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit wie zuhause.
Viele dieser Boxen haben auch einen Tragegurt. So kann man die Box wie eine Tasche über der Schulter tragen und muss sie nicht ständig unhandlich wie bei Plastikboxen in der Hand halten. Gerade wenn der Weg etwas länger dauert und die Katze vielleicht keine leichten 2 Kilo wiegt sondern vielleicht 5-8 Kilo, kann das schon mal sehr schnell in die Arme gehen.
Ich kann diese Box hier sehr empfehlen. Ich habe dort das Netz auf beiden Seiten herausgeschnitten. So habe ich alle Seiten die einfach zu öffnen sind und wenn eine Katze darin behandelt werden muss, so kann man von jeder Seite an die Katze dran kommen, ohne, dass sie die Box verlassen muss.:
Die richtige Transportbox für Katzen
Jetzt kommen wir zu dem praktischen Teil, den du direkt für deine Katzen abhaken kannst: Wie sieht die perfekte Transportbox für meine Katze aus?
Der Check: Erfüllt deine Transportbox diese Kriterien?
[ ] Stabilität: Der Boden der Box gibt unter dem Gewicht deiner Katze nicht nach.
[ ] Mindestens zwei Öffnungen: Deine Transportbox hat mindestens oben und vorne eine Öffnung - besser noch auch eine seitliche Öffnung.
[ ] Deckel: Es lässt sich der gesamte Deckel schnell und einfach abnehmen, ohne erst Schrauben dafür rausdrehen zu müssen. (Bei einer Stoffbox würde es reichen, wenn mehrere Seiten zu öffnen sind.)
[ ] Hygiene: Deine Katze pinkelt, kotet oder erbricht in der Box? Dann sorge dafür, dass du eine leicht zu reinigende Transportbox hast.
[ ] Sichtschutz: Deine Box hat keine Plexiglasscheibe und es lässt sich zusätzlich Problemlos eine Decke über die Box legen.
[ ] Die richtige Größe: Deine Katze kann sich darin bequem umdrehen und hinlegen, ohne dafür krumm in einem Halbkreis liegen zu müssen. Die Box sollte jedoch auch nicht so riesig sein, dass deine Katze eine gesamte Turnhallte da drin hat. Bei einer Devon Rex sollte also eher eine kleine Box genommen werden, die einer Kitten Box ähnelt. Bei einer großen Maine-Coon sollte man dann lieber nach größeren Hundeboxen schauen.
Auswertung für dich:
6 von 6 Punkten: Volltreffer! Du hast das absolute Traummodell für deine individuellen Katzen gefunden. Perfekt für den Anfang von stressfreien Transporten.
4 bis 5 Punkte: Gute Basis! Deine Box hat gute Ansätze, aber achte nochmal genau darauf, welche Punkte fehlen. Denn manche Punkte könnten wichtiger für deine Katzen sein als für andere. Ist deine Katze sehr unsicher? Dann ist die Stabilität mit einer der wichtigsten Punkte. Pinket, kotet oder erbricht deine Katze häufig? Dann wäre die Hygiene einer der wichtigsten Punkte.
Unter 4 Punkten: Dringender Wechsel ratsam! Nicht nur für deine Katzen und dich, sondern auch für die Arbeit in einer tierärztlichen Praxis, wenn man die Katze herausholen und behandeln muss. Ein Umstieg auf eine bessere Box, lohnt sich definitiv!
Diese 7 Fehler solltest du vermeiden!
Damit du deinen Tigern zuhause unnötigen Stress ersparst, hab ich dir diese 7 Fehler notiert die du vermeiden solltest.
Fehler 1: Box vor dem Transport erst raus holen
Die Box erst kurz vor dem Transport raus holen. Die Transportbox sollte wie ein Stück zuhause sein. Ein eigener Schlafplatz für deine Katze. Ein Rückzugsort. So kannst du deiner Katze ein klein wenig das Gefühl von Sicherheit auch unterwegs mit geben.
Fehler 2: Keine ausreichenden Öffnungen vorhanden
Eine Box ohne gute Öffnungen holen, bei der man deine Katze dann aus einer kleinen Öffnung rauszerren muss. Denke an mehrere Öffnungen oder auch einen abnehmbaren Deckel.
Fehler 3: Kein Training
Kein Training - Transportbox-Training, Medical-Training, Selbstbewusstseins-Training können unfassbar viel bewirken. Dabei reicht es aus, jeden Tag nur 2-3 Minuten zu trainieren. Das schafft doch wirklich jeder oder?
Fehler 4: Transportbox mit mehreren Katzen nutzen
Eine Transportbox für mehrere Katzen nutzen. Ja, auch wenn sie sich gut verstehen. Unter Stresssituationen können Katzen plötzlich ganz anders reagieren, als sie es sonst tun und wenn dann nur die andere Katze gerade da ist, bei der die eine den Frust ablassen kann, kann es zu Kämpfen, mehr Stress und Verletzungen führen. Ebenso sollte jede Katze zuhause eine eigene Transportbox haben. Denn wenn es mal einen Notfall gibt, bei denen du beide Katzen mit nehmen musst, ist wie oben schon gesagt, eine Box nicht ausreichend.
Fehler 5: Die falsche Größe
Die Größe der Transportbox spielt eine wichtige Rolle, um deiner Katze einen Teil des Stresses zu nehmen. Jede Katze ist unterschiedlich groß, also schau genau hin, welche Größe deine Box für deine ganz individuellen Katzen braucht.
Fehler 6: Einem Trend folgen, statt sich zu informieren
Es ist schnell gemacht: Ein Influencer postet ein neues Gadget und alle feiern dieses Produkt. Es werden natürlich nur positive Kommentare zu diesem Produkt gemacht und die Nachteile einfach ausgelassen. Bleibe skeptisch: Wieso hat diese Person das gerade gepostet? Bekommt sie nur eine Provision davon oder möchte sie wirklich den Katzen helfen? Heißt natürlich nicht, dass jeder Mensch, der eine Provision bekommt, automatisch schlecht ist, sondern, dass man einfach öfter mal Dinge hinterfragen sollte. So wie bei den Rucksäcken mit Plexiglasscheibe. Ist das wirklich so sinnvoll, einen Rucksack mit Plexiglasscheibe zu haben? Oder gibt es bessere Modelle, damit meine Katze weniger Angst, Panik oder Stress hat?
Fehler 7: Stress und Panik einfach ignorieren und hinnehmen
Wenn deine Katze Anzeichen von Stress und Panik zeigt - ignoriere sie bitte nicht. Ein einfaches "Ja sie pinkelt schon mal in die Box, dann macht man es weg und gut ist.", ist nicht akzeptabel. Wenn du dir unsicher bist, was du wie angehen sollst, kannst du dir jederzeit gerne ein kostenloses Erstgespräch bei mir buchen oder meine Blog Beiträge in der Katzen-Bücherei durch gehen. Aber bitte ignoriere die Anzeichen nicht. Für deine Katze.
Deine Katze gerät schon beim Anblick der Transportbox in Panik?
Du musst den Stress vor dem nächsten Besuch bei Tierärzt:innen nicht alleine durchstehen. Lass und gemeinsam hinschauen, wo die Ursache liegt und wie wir deiner Katze Schritt für Schritt die Angst vor der Box nehmen.
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Deine Katze pinkelt in die Transportbox?
Dann ist der Blog Beitrag "Katze pinkelt in Transportbox? Warum deine Katze Panik hat und wie der Weg zu Tierärzt:innen stressfrei wird" genau der richtige für dich. Dort erfährst du, wieso deine Katze das macht und wie du das Boxentraining absolvierst, damit deine Katze sich wieder in der Wohnung wohlfühlt.
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