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Katze pinkelt in Transportbox? Warum deine Katze Panik hat und wie der Weg zu Tierärzt:innen stressfrei wird

  • Autorenbild: Laura
    Laura
  • vor 12 Minuten
  • 9 Min. Lesezeit
Katze in Transportbox am mauzen

Dein Magen zieht sich schon zusammen, nur wenn du daran denken musst, dass du bald mit deiner Katze wieder zu Tierärzt:innen musst. Du holst die Transportbox aus dem Keller und weißt genau, was gleich passieren wird. Auf der Fahrt zur Praxis schreit deine Katze das Auto zusammen und dann passiert es - sie pinkelt in die Box. Dieses Erlebnis ist für euch beide immer eine Qual, weshalb du die Besuche in der Praxis auf ein Minimum reduzierst.

Genau hier müssen wir ansetzen.

Hey, ich bin Laura Berzins. Katzenverhaltensberaterin und Gründerin von Lauras Pfötchen.

Laura Berzins mit roten Haaren lächelnd sitzend vor einem Katzenlaufrad Lauras Pfötchen

Mein Ansatz ist ganz logisch: Wir erziehen deine Katzen nicht um, wir passen ihr System an. Denn Katzen Pinkeln nicht aus Protest, sondern aus Not. Wenn der Weg zu Tierärzt:innen zum Trauma wird, hilft kein ignorieren. Das Pipi-Chaos verschwindet nicht einfach durch Abwarten, sondern durch Struktur. Struktur, die wir zusammen erarbeiten. In diesem Artikel zeige ich dir, warum deine Katze so extrem reagiert und wie du ihr durch gezieltes Training und kleine winzige Anpassungen die Angst nimmst.


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Katze pinkelt in die Transportbox? Warum eigentlich?

Die direkte plötzliche Entleerung der Blase kann viele verschiedene Gründe haben. Doch die meisten Gründe sind durch massiven Stress.

Natürlich kann es mal passieren, dass deine Katze vor dem Transport länger nicht auf dem Katzenklo war und sie muss deshalb mal ganz dringend. Dann ist es gut möglich, dass sie es einfach nicht mehr aushalten kann und in die Box pinkelt.

Doch kommen solche Pinkeleien öfter in der Transportbox vor, sprechen wir nicht mehr davon, dass die Katze einfach mal muss. Wir sprechen von Angst, Trauma, Stress.


Die häufigsten Auslöser sind:

  • Reisekrankheit & Übelkeit

  • Massives Trauma

  • Reizüberflutung & Kontrollverlust

  • Körperliche Ursachen


Reisekrankheit & Übelkeit

Die Reisekrankheit und Übelkeit trifft zu, wenn deine Katze mit Wackeleien, ungewohnten Bewegungen wie bei der Autofahrt nicht so gut klar kommt und das den Gleichgewichtssinn durcheinanderbringt.


Massives Trauma

Besonders Katzen, die aus dem Auslandstierschutz kommen, haben oft stunden- oder tagelange Fahrten und Flüge hinter sich. Sie verbringen diese gesamte Zeit durchgängig in einer Box. Dadurch haben sie Todesangst und somit ein Trauma.


Reizüberflutung & Kontrollverlust

Ungewohnte Geräusche, die beim Autofahren vorkommen können, genauso wie plötzliches Bremsen, Beschleunigen oder Gerüche versetzen die Katze in Angst. Sie kann selbst nicht kontrollieren, wie wann und wo sie sein darf.


Körperliche Ursachen

Magen-Darm-Erkrankungen, Blasenentzündungen und Co. sowie akute Schmerzen sorgen dafür, dass deine Katze sich entleert. Der Stress ist dann einfach zu viel.


"So ist das halt. Dann macht man sauber und fertig!" Warum das keine Lösung ist:

Die Katze pinkelt in die Transportbox und die meisten Tipps im Internet besagen: "So ist das halt mal. Dann macht man einfach sauber und fertig! Kann doch jedem mal passieren." Excuse me? Nein. Du pinkelst doch auch nicht versehentlich mal ins Auto oder? Katzen sind sehr reinliche Tiere, sie würden nicht einfach so in die Box pinkeln, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Eine Katze die keine Probleme mit der Transportbox, Autofahrten und Co. hat, entleert sich auch nicht in dieser. Klingt hart, ich weiß. Doch die ganzen unnötigen Tipps von wegen "Das ist Protest!", "Da kann man nichts machen!", hab ich einfach satt!


Halter:innen werden erfinderisch: Sie legen die Boxen mit Pinkelpads oder dicken Badematten aus und finden sich damit ab, dass die Fahrt einfach eklig wird.


Und klar: Zum Übergang sind waschbare Einlagen oder Pinkelpads wirklich praktisch. Aber es sollte keine Dauerlösung sein! Du darfst es nicht hinnehmen, dass deine Katze solche Todesängste erleidet.

Ebenso sind Bestrafungen auch absolut fehl am Platz. Deine Katze braucht Unterstützung, keinen Ärger.


Gefahren-Zone Auto: Bitte nicht hektisch werden!

Wenn deine Katze während der Fahrt in die Box pinkelt, ist der erste Impuls: Anhalten und die Box sofort säubern. Tu das bitte nicht!


Atme durch - bleib ruhig. Wenn du die Transportbox im Auto öffnest, besteht die Möglichkeit, dass deine Katze raus läuft und im Auto herum spaziert. Wenn sie jedoch sowieso schon Angst hat oder gestresst ist, kann es passieren, dass sie entweder aus der offenen Autotür flüchtet, sich unter die Autositze verkriecht oder sie verschwindet hinter dem Armaturenbrett.

Die Hektik macht die Situation also nicht besser und wenn du sowieso rutschfeste Matten in der Box hast, nehmen die ggf. sowieso das Urin auf.


Was du stattdessen tun solltest:

  1. Fahre ruhig und entspannt zur Praxis weiter.

  2. Mache ggf. Fotos, falls dir sofort Dinge auffallen, die nicht normal sind. (z.B. Blut)

  3. Notiere dir immer die Details: Wann seid ihr los gefahren? Wann war die letzte Fütterung und der letzte Urinabsatz? Wie war das Verhalten vor, während und nach der Fahrt?


Schritt für Schritt Anleitung, wie du deiner Katze die Angst nimmst:

Es gibt verschiedene Bereiche, die wir hier gleich durch besprechen werden. Jeder einzelne Bereich, kann dafür Sorgen, dass deine Katze weniger Stress hat. Doch manchmal braucht es mehr, nämlich eine professionelle Begleitung. Buche dir dafür direkt ein kostenloses Erstgespräch bei mir und wir schauen, wie ich dir helfen kann.


Hier erst mal die Checkliste, damit du weißt, um welche Punkte es direkt geht:

  • Die Transportbox

  • Der Alltag

  • Der Sichtschutz

  • Die Sicherheit im Auto

  • Die Beruhigung

  • Das Training

  • Die Zeit danach


Die Transportbox

Die Transportbox ist der erste wichtigste Bestandteil für deine Katze. Denn wenn deine Katze die Box nicht mag, ist das der erste Stressfaktor. Doch die Box ist nicht nur wichtig als Rückzugsort für deine Katze, sondern vor allem auch für die TFA's und Tierärzt:innen in der Praxis. Wenn diese die Katze nicht aus der Box heraus bekommen, entstehen neue Stressfaktoren für deine Katze und somit mehr Angst und Panik. Habe deshalb eine Transportbox, die man bestenfalls von oben und den Seiten öffnen kann.

Hier habe ich dir mehrere Transportboxen als Beispiele angehangen:







Alle Boxen können von deiner Katze abweichen. Denn Stoff ist zum Training zwar geeignet, doch wenn es dann wirklich in die Praxis muss, bevor deine Katze rein ist, sind diese deutlich schwieriger zu reinigen. Deshalb empfehle ich am Anfang immer die Plastikboxen. Diese sind einfach zu reinigen. Denke daran, eine rutschfeste Matte* rein zu legen, damit deine Katze guten Halt in der Box hat und nicht wegrutscht.


Der Alltag

Die Transportbox sollte als normaler Schlafplatz in der Wohnung deiner Katze angeboten werden. Sodass deine Katze ihre Gerüche immer wieder neu daran verteilen kann. Das gibt ihr Sicherheit, weil es "Ein-Stück-Zuhause" ist. Deine Katze fühlt sich automatisch etwas sicherer, wenn sie das "Stück-Zuhause" mit zu Tierärzt:innen bringen kann. Wenn deine Katze es gerne sehr kuschelig mag, mache ihr die Box auch kuschelig.


Der Sichtschutz

Jede Katze ist komplett anders. Manche Katzen verstecken sich lieber im absolut Dunklen, manche Katzen schauen gerne was um sie herum geschieht. Wenn du es bei deiner Katze nicht ganz sicher weißt, kannst du lieber eine Decke über die Box legen, jedoch mit einem kleinen Guckloch. Somit fühlt sich deine Katze geschützt, kann aber dennoch sehen was passiert. Oder besser: sie sieht dich als Vertrauensperson.


Die Sicherheit im Auto

Sicherheit im Auto ist nicht nur bei einem Unfall wichtig, bei der die Katze durch den ganzen Raum geschleudert wird, sondern auch, falls deine Katze gerne etwas aktiver in der Box ist. Sichere die Transportbox richtig, damit sie nicht durch die Aktivitäten die Box durch das Auto rollt. Ebenso wackelt es weniger, wenn die Box gut festgeschnallt ist und deine Katze wird es dir danken.


Die Beruhigung

Es gibt eine Vielzahl an Beruhigungen für deine Katze. Für extreme Fälle kannst du deine/n Tierärzt:in zum Beispiel auf Gabapentin ansprechen. Für Katzen, die einfach zusätzlich Beruhigung brauchen, kannst du Zylkene*, Pheromon Sprays*, Katzenminze* und Baldrian* verwenden. Aber Achtung, wenn Katzenminze und Baldrian deine Katze hoch erregt, sind diese weniger für diese Situation zur Entspannung gedacht.


Das Training

  1. Box Training: Freiwilliges Rein- und Rausgehen sollte mit deiner Katze durch positive Verstärkung trainiert werden. Es sollte niemals Zwang sein, wenn es um das Training geht. Gerade durch Clickertraining, kann man mit deiner Katze beibringen, auf Signal in die Box zu gehen. Was dann für Besuche bei Tierärzt:innen super praktisch wird. Deine Katze lernt weniger Angst vor der Transportbox zu haben, weil sie selbst entscheiden kann, wann und wie sie rein geht. Denke daran, alles in so kleinen Schritten wie möglich zu machen. Auch um die Tür zu schließen, kann für viele Katze ein super großer Schritt sein. Versuche deshalb am Anfang nur die Tür anzulehnen oder bei Reißverschlüssen, halb zu schließen.

  2. Hochheb-Training: Auch das Hochheben, ist ein wichtiger Schritt. Denn da kommt Bewegung ins Spiel. Deine Katze hat nun noch weniger Kontrolle und ist dir quasi hilflos ausgeliefert. Das Hochheben sollte deshalb ebenso in winzigen Schritten erfolgen. Achte darauf, dass sie bestenfalls nicht aus hohen Höhen aus der Box springen kann. Fange lieber mit 2 cm Erhöhung an, also in dem du erst mal nur die Bewegung trainierst. Später gehst du Stück für Stück ein paar Zentimeter höher. So lernt deine Katze, dass alles völlig in Ordnung ist. Aus egal welcher Höhe.

  3. Rausgeh-Training: Auch das Rausgehen ist ein unfassbar wichtiger Punkt, den viele gerne mal überspringen möchten. Wir kennen es oft sehr gut. Wir holen die Box raus und ziehen unsere Schuhe an und die Katze weiß sofort: Es geht raus! Und sie verkriecht sich in der hintersten Ecke unterm Bett, unterm Sofa oder auf dem Schrank. Nachdem das Box-Training und Hochheb-Training so gut geklappt hat, verzweifeln viele an diesem Punkt. Die Katze wird plötzlich wieder panisch und man versteht die Welt nicht mehr. Notiere dir also ganz genau, was du machst, wenn du die Katze in der Box hättest. Wann ziehst du die Jacke an, wann die Schuhe, liegt alles andere schon bereit? Auch, den Schlüssel umdrehen um aus der Wohnungstür zu kommen oder die Wohnungstür zu öffnen, können für Katzen ein Signal sein. Gehe deshalb jeden einzelnen Schritt durch und trainiere ihn mit positiver Verstärkung. Schreibe dir das auf einen Zettel und füge ggf. weitere Schritte hinzu.

  4. Auto-Training: Das Auto-Training ist der nächste Schritt. Diesen Trainierst du erst mal nur, in dem du die Katze mit Box ins Auto setzt und dabei bist. Schließe ggf. von innen die Türen, um die Lautstärke zu minimieren. Schalte den Motor noch nicht an. Deine Katze soll sich erst mal nur an den Geruch im Auto gewöhnen. Steigere auch hier nach und nach die Dauer und belohne immer gut. Mit der Zeit gehst du nächste Schritte: Motor einschalten, kurze Autofahrt von 2-5 Minuten, Autofahrt von 10-15 Minuten, Autofahrt von 30 Minuten. Passe dich deiner Katze an.

  5. Tierärzt:innen-Training: Dieses kannst du vorab schon durch Medical Training zuhause trainieren, in dem du auf Signal deine Katze "untersuchst". In die Ohren schauen, Zähne ansehen, in die Augen schauen, abtasten und co. All das, was in einer Praxis auch gemacht wird, kannst du zuhause schon mal trainieren. Es hilft auch Equipment dafür zu holen. Du kannst es in Form eines Kinderspielzeug-Koffers* kaufen. So lernt deine Katze auch unbekannte Dinge an ihrem Körper in Ordnung zu finden, solange es gut trainiert wird. Zusätzlich kannst du öfter mal mit deiner Katze in deine Praxis fahren. Kläre das einmal mit den Tierärzt:innen ab, dass du einfach öfter mal in den Wartebereich kommst, damit deine Katze auch dort lernt, entspannt zu sein.

  6. Der richtige Tierärzt:innen-Besuch: Stelle die Box mit deiner Katze niemals auf den Boden! Weder bei der Anmeldung, noch im Wartebereich. So läufst du Gefahr, dass sich entweder Hunde unkontrolliert der Box nähern oder deine Katze sich unsicher fühlt. Katzen fühlen sich in der Höhe sicherer als auf dem Boden. Suche dir ggf. Praxen und Kliniken aus, die eine "Cat Friendly" Auszeichnung haben.


Die Zeit danach

Anhand dieser Zeit erkennst du, wie schnell deine Katze herunterkommt. Kommt sie nach dem Besuch innerhalb der nächsten 5-15 Minuten in den normalen Alltag rein, ist das super. So sollte es sein. Doch verkriecht sie sich danach auch noch länger und manchmal sogar Stunden, ist definitiv Handlungsbedarf notwendig. Durch Selbstbewusstseins-Training, Ängste sowie Furcht lösen, kann sich deine Katze sicherer fühlen und weniger Probleme mit stressigen Situationen haben.


Doch das ist noch nicht alles. Gerade im Mehrkatzenhaushalt sollte man nach den Besuchen in einer Praxis ebenso gut aufpassen. Denn: Katzen, die von einer tierärztlichen Untersuchung kommen riechen oft plötzlich ganz anders. Gerade nach Operationen, Narkosen und Co. Nach solchen großen Besuchen sollte diese Katze erst mal von den anderen Katzen separiert werden. Wieso? Weil die Möglichkeit besteht, dass die anderen Katzen, diese eine Katze nicht mehr wiedererkennen. Sie ist plötzlich durch ihren komischen Geruch ein Eindringling geworden. Erst recht, wenn die anderen Katzen die Gerüche aus einer Praxis als nicht so angenehm empfinden. Sie ist somit eine Bedrohung und viele Katzen fangen plötzlich an, diese eine Katze anzugreifen, anzuknurren und zu fauchen. Das Angreifen stellt dabei das größte Problem dar. Nicht nur für die Katze, die sowieso schon gestresst vom Besuch aus der Praxis kommt, sondern auch die Bindung der Katzen wie sie vorher war, wird stark beeinträchtigt. Dadurch entstehen viele Streitereien, die manche Menschen nicht mehr alleine lösen können und somit eine Katze ins Tierheim abgeben.


Damit wir sowas vermeiden, kommt die Katze mit Transportbox erst mal ins Schlafzimmer. Dort sind die intensivsten Gerüche von uns Menschen und den Katzen vereint. So kann die Katze aus der Box dort erst mal in Ruhe ankommen und langsam die alten Gerüche wieder aufnehmen. In der Regel reichen oft ein paar Stunden dafür aus. Das kommt jedoch immer auf die jeweiligen Katzen drauf an, wie sehr sie mit den Gerüchen Probleme haben.


Fazit

Entleert sich deine Katze in der Box, macht sie das nicht um dich zu ärgern. Es ist ein Resultat von extremen Stress, Kontrollverlust und Panik.

Du kannst das Problem lösen, wenn du bereit bist daran zu arbeiten. Wie heißt es noch so schön? "Von nichts, kommt nichts." Oder auch: "Du kannst kein anderes Ergebnis erwarten, wenn du nichts daran änderst." Und hinnehmen sollten wir das auch nicht. Zum Wohle unserer Katzen.


Du brauchst jetzt sofort Hilfe?

Wenn du nicht warten willst, bis der nächste Besuch in der Praxis wieder ein Albtraum wird, buche dir direkt ein kostenloses Erstgespräch bei mir. Wir lernen uns bei einem virtuellen Kaffee/Tee einmal kennen und sprechen über deine aktuelle Situation. Wir schauen dann, wie ich dir helfen kann und was deine nächsten Schritte sind.


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